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« erster Teil
 
Nach dem Ende des ersten Weltkrieges kehrte Hofer nach Berlin zurück. Bitter klang das Erlebte in seinen Arbeiten nach.
Aber die Sehnsucht nach dem Schönen, Vollkommenen blieb und zeigte sich in der Ausgewogenheit der Bildkomposition. Berlin war für ihn auch ein Ort der Erfolge. Hofer wurde als Professor an die Hochschule für bildende Künste in Charlottenburg berufen. In der „Berliner Sezession“ wurde anlässlich seines 50. Geburtstags eine Gesamtausstellung seiner Werke gezeigt.
Sein Stil zeigte sich gefestigt, und kubistische Elemente erweiterten das Formgeschehen.
„Die Aussage wurde strenger, die Struktur betonter. Das führte zu Stilisierungen und schließlich, unter Picassos Einfluss, zu Verformungen.“ [1] 
Das zentrale Anliegen seiner Kunst war der Mensch, in Paaren und Gruppen oder als halbfigürliche Einzelstudie. Ein Mensch, den er wie alles Lebende von Unheil und Gefahr bedroht sah.
Düstere Vorahnungen verdichteten sich zu mahnenden und warnenden Visionen.
 
schwarze zimmer klein

Mit der heraufziehenden faschistischen Gefahr erweiterte sich die gesellschaftliche Bezüglichkeit der Darstellungen von Masken, Rufern, Trommlern und Bläsern sowie Propheten kommenden Unheils...

« Die schwarzen Zimmer (2. Fassung), 1943

rufer klein
Der Rufer, 1935  »
 

Anfang der dreißiger Jahre experimentierte Hofer mit abstrakten Formen. War es ein Ausdruck seiner endgültigen Flucht aus der realen Bedrängung oder entsprach dies seiner Intention, überkommene Anschauungen zu überwinden? Seine Heimat war und blieb jedoch die gegenständliche Malerei, zu der er bald zurückkehrte.

Mit den braunen Machthabern kam der Rückzug ins Exil des eigenen Ateliers. Hofers Bilder galten als entartet und wurden aus den Museen entfernt.
Seine metaphorischen Prophezeiungen wurden von der Wirklichkeit überrollt. Es blieb ihm nur die einsame Auseinandersetzung mit der schmerzlichen Realität.

1943 vernichtete ein Bombenangriff den Bildbestand in Karl Hofers Berliner Atelier. Eine Tragödie. In der Folgezeit versuchte er, den verlorenen Bildern durch Neuschaffung wieder Leben zu geben.

Auch in den Nachkriegsjahren blieb Hofer seinem eingeschlagenen Weg treu. An seinem Stil änderte sich wenig. Ein Umstand, den ihm Kritiker als Beharrung auf überkommenen Positionen und als mangelnde Fähigkeit zur Erneuerung auslegten.

Schwestern klein
Schwestern (1951)
Doch Hofer war eben auch ein Mann der Gegensätze. So gab es in seinem Spätwerk Bilder, in denen er seinem Bedürfnis nach Harmonie thematisch wie formal Ausdruck verlieh. Und Werke, in denen die Farbe an Intensität zulegte, nur um sich dann wieder spröde zurückzuziehen.

Hofers Werke sind eher dem „Lyrischen“ als der „Prosa“ zuzurechnen. Sie sind durchflossen von einer schwermütigen Ahnung kommender Gefahr, voll warnender Gestalten und Propheten.
In einem symbolischen Handstreich suchte er sich den Bedrängnissen zu erwehren. Er bediente sich dabei einer Symbolik, die sich nicht in einem pathetischen Gleichnis verlor, sondern mit Klarheit und Strenge, eine von Vision und Empfindung getragene Metapher entwarf, die fern jeder rein naturalistischen Abbildung des Schreckens war.

Daneben brach sich immer wieder Hofers Sehnen nach dem Schönen und Wahren in anmutigen Bildnissen Bahn.

War er wirklich nur der desillusionierte Einzelkämpfer, welchem die Wirklichkeit das klassische Ideal in bitteren Lektionen „ausgetrieben“ hatte und der es deshalb so beständig verteidigte?

Hofers Aussage „Malerei hat eine Zukunft“ stand als Leitmotiv über seinem Leben und Werk und weist trotzig nach vorne. Voll Vertrauen in die gestalterische Kraft der gegenständlichen Kunst und ihrer vitalen Beschreibung des Individuellen.

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[1] Kindlers Malerei Lexikon

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